TKH Hannover kämpft sich nach Zwei-Satz-Rückstand zurück und feiert vor starker Kulisse einen emotionalen 3:2-Heimsieg – John Stühring wird MVP
Wer beim Blick auf den VfL Lintorf trotz des personellen Umbruchs mit einem entspannten Samstagabend gerechnet hatte, dürfte seine Meinung ziemlich schnell geändert haben. Die Gäste verfügen weiterhin über reichlich Qualität und Erfahrung und stellten uns von Beginn an vor eine echte Aufgabe. Nach dem 3:1-Auftaktsieg gegen Aachen und dem knappen 2:3 in Moers wollten wir vor heimischem Publikum wieder nachlegen. Und sagen wir es so: Den einfachen Weg zum nächsten Sieg haben wir uns dabei ganz sicher nicht ausgesucht.
Die Stimmung in der Halle passte dafür von Anfang an. Viele Zuschauer, ordentlich Energie von den Rängen und ein Publikum, das gerade dann noch einmal lauter wurde, als wir es am dringendsten brauchten. Volleyball darf genau so klingen – und an diesem Abend sollte diese Unterstützung noch ziemlich wichtig werden. Denn sportlich lief zunächst wenig nach Plan. Lintorf erwischte den besseren Start und stellte uns mit viel Qualität und Erfahrung immer wieder vor Probleme. Die ersten beiden Sätze gingen an die Gäste und plötzlich standen wir mit dem Rücken zur Wand. 0:2 hinten im eigenen Wohnzimmer – kann man machen, muss man sich für einen gelungenen Samstagabend aber nicht unbedingt aussuchen. Aufgeben war allerdings keine Option. Stattdessen arbeiteten wir uns Schritt für Schritt zurück in die Partie, fanden immer bessere Lösungen und erhöhten den Druck. Mit jedem gewonnenen Ballwechsel kam mehr Energie aufs Feld – und gleichzeitig noch mehr von den Rängen. Aus einem schwierigen Abend entwickelte sich plötzlich genau der Fight, den wir haben wollten.
Spätestens nach dem Ausgleich zum 2:2 war die Halle endgültig da. Jetzt ging es in den fünften Satz und damit erneut in die Kategorie nichts für Freunde eines ruhigen Pulses. Diesmal wollten wir uns für den Aufwand aber auch komplett belohnen. Wir blieben dran, hielten dem Druck stand und machten die Aufholjagd tatsächlich perfekt. Nach fünf Sätzen stand der 3:2-Heimsieg fest. Zwei Sätze zurückgelegen, drei gewonnen und das Spiel komplett gedreht – ein Erfolg, der sich nicht nur wegen der zwei Punkte richtig gut anfühlt. Gerade nach dem knappen Fünfsatzspiel in Moers zeigt die Mannschaft erneut, wie viel Kampfgeist in ihr steckt und dass sie auch dann Lösungen finden kann, wenn ein Spiel zunächst in die falsche Richtung läuft. Zum wertvollsten Spieler der Partie wurde John Stühring gewählt. Mit der MVP-Auszeichnung setzte er den persönlichen Schlusspunkt unter einen Abend, an dem am Ende vor allem eines zählte: Als Mannschaft sind wir drangeblieben, haben uns gemeinsam zurück gekämpft und uns mit der Unterstützung unseres Publikums für diesen Fight belohnt.
Nach drei Spielen nimmt unsere erste Saison in der Dritten Liga damit immer mehr Fahrt auf. Heimsieg gegen Aachen, ein Punkt beim Zweitliga-Absteiger in Moers und jetzt ein Comeback-Sieg gegen Lintorf. Natürlich ist noch nicht alles perfekt, aber die Richtung stimmt – und diese Mannschaft hat offensichtlich ziemlich wenig Lust, Spiele frühzeitig abzuschreiben. Oder etwas kürzer: 0:2 hinten, Halle laut, drei Sätze später Heimsieg. Kann man an einem Samstagabend mal so machen.